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Deine Steelwallet ist leer. Wegwerfen kannst du sie trotzdem nicht.

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Warum eine ausgemusterte Steelwallet ein Entsorgungsproblem ist und wie du sie wirklich los wirst.

Deine Steelwallet ist leer. Wegwerfen kannst du sie trotzdem nicht.

Deine Steelwallet ist “leer”. Wegwerfen kannst du sie trotzdem nicht.

Für das Backup der Seed-Phrase lautet die gängigste Empfehlung: “Schlag sie in Metall.” Umgangssprachlich heisst das: besorg dir eine Steelwallet, eine massive Metallplatte oder einzelne Metallringe zum Auffädeln. Trotzdem liegen viele davon ungebraucht in einer Schublade. Nicht aus Nachlässigkeit, sondern weil der letzte Schritt Überwindung kostet: einmal eingeschlagen, sind Änderungen äusserst schwierig oder gar unmöglich. Genau die Endgültigkeit, die eine Steelwallet am Anfang auszeichnet, macht sie am Ende zum Problem.

Eine Steelwallet ist gebaut, um Feuer, Wasser und Schlag zu überstehen. “Unzerstörbar” ist das Verkaufsargument, welches gleichzeitig das grösste Risiko ist. In dem Moment, in dem du sie nicht mehr brauchst, steht die Frage im Raum: Wie wirst du ein Ding wieder los, das genau dafür gebaut wurde, sich nicht zerstören zu lassen?

Warum “leer” nicht “harmlos” heisst

Der erste Reflex: Wallet leergeräumt, also ab in den Altmetall-Container. Dann kommt die Erkenntnis: Was ist, wenn die jemand findet?

Ganz so einfach ist die Entsorgung dann doch nicht, denn “leer heute” heisst nicht “leer für immer”. Eine Steelwallet bleibt lesbar und jede Adresse aus diesem Backup kann weiter Bitcoin empfangen: eine Auszahlung eines Dienstes oder einer Exchange, eine vergessene Dauerzahlung, ein alter Kontakt, der erneut dorthin zahlt. Dazu ist “leer” nicht immer “ganz leer”, ein Restbetrag unter einer vergessenen “Konto”-Variante ist schnell übersehen. Wer die Seed-Phrase einmal hat, muss also nicht sofort zugreifen. Er kann still im Hintergrund mitlesen und beim ersten Eingang abräumen. Der Zugriff bleibt dauerhaft offen.

Das eigentliche Problem ist aber älter als die Entsorgung. Es steckt schon darin, dass ein einziges, im Klartext lesbares Artefakt den vollen Zugriff ermöglicht. Genau das haben wir an anderer Stelle beschrieben: warum ein Backup, das jeder Finder direkt lesen kann, dich in zwei Richtungen gleichzeitig unter Druck setzt. Lösen lässt sich das. Aber der naheliegende Reflex, sie einfach zu zerstören, ist tückischer, als er aussieht.

Abgeschliffen heisst nicht verschwunden

Der naheliegende Gedanke ist, die Zeichen einfach wegzuschleifen, bis nichts mehr zu sehen ist. Das reicht vermutlich nicht.

Die Wörter sind meist gestanzt oder geprägt, nicht nur oberflächlich graviert. Der Stempel drückt das Metall zusammen, und diese Verformung reicht tiefer als die sichtbare Vertiefung. Schleifst du nur bis zur glatten Oberfläche, entfernst du die Form, nicht die Spur darunter.

Das ist keine Theorie. Es ist dieselbe Physik, mit der Forensiker abgeschliffene Seriennummern zum Beispiel bei Fahrzeugen wieder sichtbar machen: Ein Ätzmittel reagiert auf verformtes und unverformtes Metall unterschiedlich, und die Zeichen tauchen als Geister wieder auf, obwohl die Fläche glatt aussieht. “Sichtbar unleserlich” ist deshalb kein verlässliches Kriterium.

So wirst du sie wirklich los

Bleibt nur die Zerstörung. Und eine Platte, die Feuer, Wasser und Schlag übersteht, gibt sich nicht kampflos geschlagen. Am ehesten ans Ziel kommst du mit einer professionellen Metall-Einschmelzung oder -Schredderung. Wo kein zusammenhängendes Stück übrig bleibt, gibt es auch keine Zeichen mehr, die jemand wieder sichtbar machen könnte.

Einen Haken nimmt dir dabei kein Betrieb ab: Bis zum Einschmelzen ist die Platte voll lesbar. Mach die Wörter also vorher selbst unkenntlich, oder gib die Platte gar nicht erst aus der Hand, bevor sie zerstört ist. Ein lesbares Backup reichst du niemandem zur späteren Bearbeitung.

Selbst Hand anlegen geht auch, bringt aber genau die Mühe, um die es hier geht: Schleifen allein genügt nicht, sauber wird es nur mit der zur Legierung passenden Methode, und hinterher bleibt die Frage, ob die Spuren wirklich weg sind oder nur kosmetisch überdeckt. Auch auf einen Rücknahmeservice des Herstellers ist kaum Verlass, und eine Platte mit deinen eingeschlagenen Wörtern willst du ohnehin niemandem zuschicken.

So oder so: Aufwand, Sorgfalt und ein Rest Zweifel. Für ein Problem, das gar nicht hätte entstehen müssen.

Der bessere Weg beginnt beim Kauf

Der stärkste Hebel liegt nicht in der Entsorgung, sondern in der Entscheidung davor. Es gibt Metall-Backups, die nicht aus einer massiven Platte bestehen, sondern aus einzelnen Scheiben oder Kacheln, je ein Wort pro Teil. Solche Systeme lassen sich am Lebensende zerlegen, statt rückstandslos zerstört werden zu müssen.

Das dreht das Problem um. Statt ein hartes, unteilbares Stück tilgen zu müssen, verteilst du die Teile. Trennst du sie räumlich und zeitlich, über verschiedene Entsorgungswege und Tage, ist es sehr unwahrscheinlich, dass alle Teile gefunden werden. Eine einzelne gefundene Scheibe trägt ein Wort von zwölf oder vierundzwanzig. Ohne die anderen ist das wertlos.

Ein gefundener Scheibenstapel ist jedoch genauso lesbar wie eine Platte. Der Vorteil liegt eng am Lebensende. Aber genau darum geht es hier. Dahinter steckt ein Prinzip, das grösser ist als die Wahl der Metallplatte: Ein einzelner Fund darf nie den vollen Zugriff bedeuten. Zerlegbare Systeme lösen das über die Form.

Wer aber von Anfang an mitdenkt, stellt schon beim Einschlagen die schärfere Frage: Muss auf dem Metall überhaupt die echte Seed Phrase stehen?

Ein Fund darf nie genügen

Nein, muss sie nicht. Fortegos Backup-Karte trägt nur Ersatzwörter. Erst zusammen mit der getrennt verwahrten Übersetzungsliste (dem CodeBook) ergeben sie wieder deine Seed Phrase.

Schlägst du diese Ersatzwörter gleich in deine Steelwallet, dreht sich die ganze Logik dieses Posts um: Selbst wer die komplette Steelwallet findet, hält nie den echten Zugang in der Hand. Das forensische Tilgen am Lebensende verliert seine Schärfe, weil dort nie etwas Gefährliches stand. Kein Aufwand, kein Rest Zweifel, keine Frage mehr, wie du das Ding je wieder loswirst. Das Problem löst sich auf, bevor es überhaupt entsteht.

Wie das im Detail funktioniert und wie du dein Backup so aufstellst, dass ein einzelner Fund nie genügt, kannst du kostenlos ausprobieren.

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